Schnelle Hilfe nicht mehr gewährleistet?

17. Mai 2019

verletzter BisamDas Tierheim Süderstraße gilt als Anlaufstelle für verletzte Wildtiere – 24 Stunden lang. Auf der Website des HTV heißt es: „Können Sie als Finder ein verletztes Tier nicht selbst transportieren, fahren unsere Struppi-Fahrer auch direkt zum Notfallort“.

Auf ihrem Weg zur Arbeit fällt einer Frau ein schwer verletztes Tier in Farmsen auf. Sie macht ein Foto und fragt in einer Facebook-Gruppe, ob jemand wisse, um was für ein Tier es sich handele und was sie machen solle. Die Vermutungen reichen von Bisamratte bis Nutria. Später stellt sich heraus, dass es ein Bisam ist. Gegen 9:00 Uhr erreicht die Passantin das Nottelefon im Tierheim Süderstraße und erfährt, dass derzeit kein Struppi-Fahrer verfügbar sei. Die Adresse wird notiert und der Anruferin wird gesagt, sobald ein Fahrer frei sei, könne er sich das ja mal anschauen.

Ein Gruppenmitglied informiert daraufhin eine „Freundin vom Hamburger Tierschutzverein“, die sich – obwohl vom HTV als langjährige Ehrenamtliche suspendiert und inzwischen wegen vermeintlich vereinsschädigendem Verhaltens abgemahnt – sofort ins Auto setzt, um an die Fundstelle zu fahren. Ihrer Einschätzung nach, muss der verletzte Bisam dort schon die ganze Nacht gelegen haben. Das zur Gattung der Wühlmäuse gehörende Tier ist sehr geschwächt und angekommen in der Süderstraße kann es nur noch vom diensthabenden Tierarzt von seinen Leiden erlöst werden.

Stellt sich die Frage, ob das Personal im Tierheim so stark unterbesetzt ist, dass Hilfeleistung im Notfall nicht mehr gewährleistet ist?

5 Comments

  1. Johanna Flamm

    Wie soll es denn gehen, dass rund um die Uhr in ganz Hamburg ein Tiernotdienst schnell zur Stelle ist? Wer finanziert das? Tierschützer tun so viel gutes für die Tiere, aber bekommen von der Stadt, oder vom Staat nicht genug Unterstützung!
    Andererseits war ich auch schon einmal enttäuscht, als ich zu hören bekam, dass eine junge Katze schon ganz alleine wieder ,mitten im Wald, von dem Baum runterkäme…aber das ist eine Frage der Kominukations- und/oder Empathiefähigkeit der einzelnen Mitarbeiter…

  2. Doreen Schosinsky

    In Bremen starb so ein Tier an der Hasenpest. Ich wüßte gerne ob dieses Tier auch daran starb.

    Generell allerdings fiel mir schon vor Jahren auf das die Antworten bezüglich Struppiwagen und Co identisch sind.

    Keine Zeit… kein Wagen frei…
    Woran liegts?
    Wenn Hamburger sich zusammen tun und das selbst organisieren klappt das garantiert besser..

  3. Wir befinden uns aktuell in einer absoluten Hochphase, was verletzte und verwaiste junge Wildtiere in Hamburg betrifft. Vier Tierrettungsfahrer sind massiv eingespannt, um in Hamburg alles dafü alles zu tun verletzten Wild- und Haustieren zu helfen. Die Mithilfe der Bürger ist unerlässlich und dringend notwendig, wie jedes Jahr zur Brut und Setzzeit. Ein wirklicher Tierschützer handelt SOFORT und wartet nicht auf externe Hilfe! Dieser Bericht zielt meines Erachtens nur darauf ab, den HTV wieder einmal in ein noch schlechteres Bild zu rücken. Was soll das? Jeder, der einmal beim HTV gearbeitet hat weiß, wie massiv anstrengend diese Saison mit der Versorgung von zig Wildtieren von früh bis spät ist. Hier dem HTV zu unterstellen, dass er nicht handelt, obwohl ein 24 Stunden Bereitschaftsdienst tagtäglich im Einsatz ist, finde ich ungeheuerlich. Diese schlechte Mundpropaganda sorgt nämlich letztlich nur für eine Tatsache: Spendengelder gehen zurück, Patenschaften werden gekündigt und noch viel mehr. UND DAS SCHLIMMSTE IST, DASS DIES ALLES ZU LASTEN DER TIERE GEHT! UND DIE KÖNNEN AM WENIGSTEN ETWAS DAFÜR, DASS SICH HIER DER EINE ODER ANDERE AN SEINEM ALTEN ARBEITGEBER DURCHS SCHLECHTE STIMMUNG MACHEN RECHEN MÖCHTE. TRAURIG, dass manche Menschen so wenig reflektiert sind, was sie mit einer solchen Medienpolitik anrichten. Das letzte Glied in der Kette ist und bleibt leider das Tierleid, was dadurch nur noch schlimmer wird.

  4. Maria Kammermeier

    Schade, liebe Frau Herrmann, dass man hier konstruktive Kritik nicht äußern darf, oder warum wurde mein Kommentar bislang nicht veröffentlicht?
    Das stellt sich für mich hier dann nicht viel anders dar, als wenn man konstruktiv bei einer Mitgliederversammlung des HTV etwas anbringen möchte.
    Wir leben in einer Demokratie und kritische Anmerkungen einfach zu ignorieren finde ich nicht legitim. Vielleicht dient diese Seite dann wirklich ausschließlich einer Stimmungsmache gegen den HTV und nicht einem konstruktiven Austausch bzgl. Eigen- und Fremdwahrnehmung, was den HTV betrifft.

    Kollegiale Grüße
    Maria Kammermeier
    (Nachtdienst beim HTV)

    1. Michael Wahlert

      Liebe Frau Kammermeier,
      es tut uns sehr Leid, dass Sie etwas auf die Veröffentlichung Ihres Kommentares warten mussten. Wir machen das eben alles in unserer Freizeit.
      Es hat uns jedoch etwas betrübt von Ihnen angeschrienen zu werden (Großbuchstaben).
      Wenn Sie unsere Veröffentlichungen verfolgt haben sollten Sie festgestellt haben, das wir eben nichts unterdrücken und auch Kritik aufgeschlossen gegenüber stehen.
      Viele Grüße
      Die Freunde vom Hamburger Tierschutzverein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.