Zum Weltschildkrötentag

23. Mai 2019

WeltschildkrötentagZum Weltschildkrötentag am 23. Mai hat der Hamburger Tierschutzverein stellvertretend für die anderen rund 160 Wasser- und Landschildkröten, die noch auf ein verantwortungsvolles Zuhause warten, Wilma, Klaus-Bärbel und Rosa vorgestellt.

Die faszinierenden Tiere können sehr alt werden, sind nicht einfach zu pflegen und jede Art hat ihre speziellen Ansprüche – das sollte schon bei der Anschaffung /Adoption beachtet werden. Oftmals werden die Kröten als Baby adoptiert. Sie wachsen also noch und brauchen als erwachsene Schildkröten sehr viel mehr Platz.

Schildkröten sind wechselwarme, eierlegende Reptilien. Es gibt um die 300 Arten und diverse Unterarten, die sehr unterschiedliche Bedürfnisse haben. Schildkröten zu halten ist keine reine Privatsache, denn die gesetzlichen Bestimmungen müssen eingehalten werden.

Fast alle europäischen Landschildkröten werden durch das Washingtoner Artenschutzabkommen bereits seit einigen Jahren geschützt. Dadurch, dass diese Schildkröten sehr stark vom Aussterben bedroht sind, hat jeder die Pflicht, seine Schildkröten anzumelden. Auch wenn man die Tiere nachzüchten möchte, braucht man eine besondere Genehmigung. Jede Veränderung, wie beispielsweise die Abgabe oder der Tod von Schildkröten, muss den Behörden gemeldet werden.

Der Halter ist nach den Gesetzen von Bund und EU verpflichtet, die Tiere artgerecht zu halten und zu pflegen, ansonsten können sie schnell erkranken. Daher ist auch eine naturnahe Haltung angebracht.  Das heißt, dass Schildkröten eigentlich nicht in der Wohnung gehalten werden sollten und einen Platz im Garten benötigen, der ausbruchsicher eingezäunt werden sollte.  Bei der Wohnungshaltung ist auf die Größe der Terrarien, Temperaturen, ultraviolette Strahlen, sowie entsprechende Luftfeuchtigkeit zu achten.

Die Nahrung muss frisch und abwechslungsreich sein. Schildkröten sind Pflanzenfresser, die sich aber auch gerne eine Schnecke oder ein Insekt schmecken lassen. Sie sind aber hauptsächlich Vegetarier. Vitamine und Mineralstoffe sind sehr wichtig. Eine unbehandelte Naturwiese mit verschiedenen Kräutern, z.B. Spitzwegerich, Kleearten, Huflattich, Rettichblätter sind zum Beispiel für griechische Landschildkröten optimal. Gemüse und Salat aus dem Supermarkt enthalten meist zu viele Pestizide und können sogar schädlich sein.

Winterruhe

Landschildkröten halten in der Regel Winterruhe. Wenn die Tage kürzer und kälter werden, suchen sie sich ein ruhiges Plätzchen, in das sie sich eingraben können, sodass die Temperatur über einen längeren Zeitraum gleich bleibt. Dort kühlen sie aus und stellen die Nahrungsaufnahme ein. Eine Winterruhe im Garten ist deshalb von Vorteil, weil die Schildkröte die Winterruhe selber einleiten kann. Als Besitzer sollte man aber darauf achten, dass das Tier vor Frost und Nagetieren geschützt ist. Im Haus ist es schwieriger, den Prozess des Winterschlafes einzuleiten. Am besten klappt es mit einem extra für Schildkröten temperierten Kühlschrank.

Achtung: Kranke Tiere und  trächtige Weibchen dürfen auf gar keinen Fall in Winterschlaf versetzt werden und Jungtieren sollte erst nach dem ersten Lebensjahr die Winterruhe ermöglicht werden.

Sumpf- und Wasserschildkröten

Sumpf- und Wasserschildkröten sind dagegen amphibische Lebewesen, die im Wasser und an Land leben. Sie benötigen großzügige Wasser- und Landbereiche. Die tagaktiven Reptilien sind leidenschaftliche Sonnenanbeter. Die wechselwarmen Tiere brauchen die Wärme in Form von UV-Licht (kein infrarotes Licht). Nur mithilfe der UV-Strahlung (UV-A und UV-B) können sie das lebensnotwendige Vitamin D3 synthetisieren, das wichtig für das Allgemeinbefinden, den Stoffwechsel und für einen stabilen Knochen- und Panzeraufbau ist.

Sumpf- und Wasserschildkröten sind sogenannte Gemischtköstler mit einem leichten Vorzug für tierische Nahrung.  Gerade bei Wasserschildkröten kann es vorkommen, dass sie keinen richtigen Winterschlaf halten, sondern ihre Aktivitäten nur etwas einstellen. Als Winterquartier eignen sich spezielle Wasserbecken im Innenraum.

Krankheiten: Viele Erkrankungen sind ernährungsbedingt, denn Schildkröten reagieren empfindlich auf unpassende Nahrung. So kann eine falsche Ernährung zu Panzerproblemen, Leberproblemen, Magersucht, psychischen Probleme, Erkältungen und Parasiten führen. Bei Auffälligkeiten sollte man sich Rat bei Reptilien-Experten einholen oder gleich einen auf Reptilien spezialisierten Tierarzt konsultieren.

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