Eine Woche großer Abschiede

29. Juni 2019

Die Verabschiedungen wurden von den Tierpfleger*innen mit sehr viel Liebe organisiert.

Heute verlässt wieder eine erfahrene und sehr gute Tierpflegerin und Hundetrainerin das Tierheim in der Süderstraße für immer! Auch sie hinterlässt eine riesige Lücke, die sich mit jungen, neuen und unerfahrenen Leuten kaum füllen lässt!

Schon Ende Mai gab es eine Woche der großen Abschiede im Tierheim! Gleich vier Mitarbeiter*innen sind gegangen. Und bei jeder Verabschiedung gab es sehr viele Tränen und es war nicht zu übersehen, mit wie viel Liebe, Herz und Witz alle vier Verabschiedungen von den Tierpflegern organisiert wurden. Leider hatte weder die Tierheimleiterin noch der Vorstand die Größe, diese Arbeit entsprechend zu würdigen und bei den Verabschiedungen persönlich anwesend zu sein.

Nach über 30 Jahren harter Arbeit im Tierheim Süderstraße nahm auch eine Mitarbeiterin aus dem Hundehaus ihren Abschied. Mit einiger Mühe, ihre Tränen zu unterdrücken, richtete sie eine flammende Abschiedsrede an ihre Kollegen, die ihnen Mut machen sollte:

Flammende Abschiedsrede der „Frau mit den roten Haaren“

„1969 fing das Drama an, meine Lehre! Schon als Kind habe ich immer gesagt, ich mach nur was mit Tieren. Mein Vater fand das nicht so toll, hat mich immer gewarnt, ‚Scheiße schaufeln, dies und das, lass es!‘ Aber nein! Ich musste dann hier ein Praktikum machen, da habe ich alles falsch gemacht, was man nur falsch machen konnte und habe gedacht, das kriegst du nie hin! Aber ich wurde genommen! Und so begann es dann ……“

(Pause – sie atmet einmal schwer)

„Leute, die im Tierschutz arbeiten sind einfach ein bisschen andere Menschen. Menschen mit Herz und immer für alles da. Das sehe ich auch in Euch hier! Leider gibt es Menschen, die das nicht sehen, – und die Euch nicht guttun! Ich kann Euch nur alle bitten, haltet durch, kämpft, tut Euch zusammen! Nur gemeinsam ist man stark! Wenn Ihr alle zusammenhaltet, kann Euch keiner was! Nimm ein Blatt Papier, das kannst Du zerreißen! Nimm einen dicken Block, den zerreißt Du nicht!!!

Ich habe keinen Tag bereut, es war mit Euch immer toll! Jeder ist auf seinem Platz super, jeder in seiner Art! Man muss jeden Menschen dort einsetzen, wo er es am besten kann! Ich hoffe, dass auch der Vorstand mal auf diesen Nenner kommt und Euch nicht ständig strafversetzt und macht und tut! Wir sind alle für die Tiere hier und nicht für den Vorstand! Vorstände wechseln, die Tierpfleger bleiben! Denkt ein bisschen darüber nach!

Ich war immer stolz hier zu arbeiten, ich war es auch jetzt noch, am letzten Tag. Denn wir sind der Tierschutzverein, ohne uns geht es hier nicht. Der Tierschutz fängt beim Menschen an.“

3 Comments

  1. René Esser

    Schade für die Tiere! Ich kündigte auch nach einem miesen Personalgespräch mit der Leitung. Ich sollte wegen Vereinschädigung abgemahnt werden. Als ich 2017 nach einem schweren Unfall wieder im HTV zu arbeiten anfing, wollte man mich von da an loswerden. Mein neu eingestellter Vorgesetzter hat mir von Anfang das Leben schwer gemacht und plötzlich meine Arbeit ständig und in allen Punkten kritisiert. Vorher gab es nie Beschwerden, es wurde in meinen Augen Bossing betrieben. Als ich dann aufgrund einer Tumorerkrankung meiner Hündin, die schnellstmöglich operiert werden musste, einen Tag Urlaub beantragt habe, wurde der mir verwehrt mit der Aussage „ es gäbe hier zu viel zu tun“.

    Daraufhin habe ich um ein Gespräch mit Frau Gulla, als meine Dienstvorgesetzte gebeten. Sie hat zu diesem Gespräch dann meinen Vorgesetzten mitgebracht „als Zeugen“, wie sie es nannte. Ich habe dann meine Anliegen vorgebracht, ihre Reaktion war, dass sie mein Problem nicht verstehe und sie deshalb extra ins Tierheim kommen musste – wegen sowas….sie forderte mich auf, ihre Telefonnummer und Emailadresse zu löschen und sie nicht mehr zu belästigen. Wenn ich Probleme hätte, soll ich mich nur an meinen Vorgesetzten hier im Tierheim wenden. Diese Aussage von ihr obwohl, mein direkter Vorgesetzter ja Teil meines Problems war und Frau Gulla ja eigentlich meine Dienstvorgesetzte!

    Auch unter Einbindung des Betriebsrates wurde meine Arbeitssituation im HTV nicht besser, es wurde vielmehr weiterhin durch meinen direkten Vorgesetzten mit Wissen und ggf. auch Wollen des Vorstandes bossing betrieben. Das gipfelte letztlich in der Arbeitsanweisung jeden Tag alle Tätigkeiten zu protokollieren, die länger als 15 Minuten dauern. Kein anderer Mitarbeiter musste dies tun. Als sich dann auch noch das Auslandstierschutzteam Hamburg, dessen Gründungsmitglied ich bin, öffentlich von Frau Gulla und dem HTV distanzierte, wurde mir eine Abmahnung wegen Vereinsschädigung von meinem direkten Vorgesetzten im Beisein der Tierheimleitung angedroht. Daraufhin habe ich dann gekündigt.

  2. S.Brumm

    Eine sehr schöne Rede ! Aber auch sehr Respektlos und unangebracht von der Leitung & Vorstand, eine so langjährige Mitarbeiter „nicht einmal zu verabschieden oder zu danken für all die Jahre. Aber das zeigt mir mal wieder dass diese beiden Person nicht teamfähig sind und einer Meinung nach fehl am Platz.

    Von mir zum Abschied auf jedenfall Alles Liebe und vielen Dank ♡

    Zum Kommentar von:
    >>Rene‘ Esser<<

    Es ist doch unglaublich was dort alles vonstatten geht & wie im falschen Film. Ich hoffe für alle betroffenen (vermutlich ist die Dunkelziffer noch viel höher & mir ist schon so einiges bekannt) Oder es sind noch einige mehr gegangen(worden) !?
    Ich hoffe das den Verantwortlichen das Handwerk doch noch
    gelegt wird, da es zum teil unzumutbare Zustände für viele Betroffene, sowohl für Mitarbeiter Ehrenamtliche als auch für die Tiere sind bzw waren ! Und viele den Druck leider auf dauer auch nicht stand halten, was ich persönlich sehr bedauere !
    Es gehört alles an die Öffentlichkeit damit es ein zufriedenes ENDE für alle noch Betroffene nimmt. In der Hoffnung das es in Zukunft
    ein angemessenes teamfähiges Führungsteam gibt.

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