Und zack ist das Ehrenamt weg

16. Juli 2019

Und zack ist das Ehrenamt weg

Eiergate im HTVNach dem Eklat im SpatzenCafé vom 13. Juli 2019 über zwei Eier (von glücklichen – vom HTV geretteten – Hühnern) im Waffelteig, wurde dem langjährigen Mitglied heute untersagt, sich weiter im Hamburger Tierschutzverein ehrenamtlich zu engagieren – nicht mehr im SpatzenCafé und nicht mehr bei den so dringend benötigten Überprüfern!

Die Begründung, der Tagebuch-Eintrag bei den Freunden vom Hamburger Tierschutzverein, ist genauso erbärmlich, wie an den Haaren herbeigezogen. Auch wenn wir zunächst irrtümlich berichtet hatten, dass der Ehrenamtlichen der Veganbeschluss des Vorstands nicht bekannt gewesen sei, wie kleingeistig muss man sein, die Mitbegründerin des SpatzenCafés von der ehrenamtlichen Mitarbeit auszuschließen? Geht es bei dem Veganbeschluss um die Vermeidung von Tierleid, wie es die 80-jährige angenommen hatte, oder um die fundamentalreligiöse Entschlossenheit der 1. und 2. Vorsitzenden, sämtliche Tierprodukte abzulehnen?

Wer ständig betont, dass nur ein Veganer ein echter Tierschützer sein kann – eben, weil er keine Tiere/tierischen Produkte isst, der darf sich doch nicht wundern, wenn er beim Wort genommen wird. Die hier im Fokus stehenden „Glücks-Eier“ stammen von geretteten Hühnern, die nun mal da sind und fröhlich weiter Eier legen. Sollen die als Sondermüll entsorgt werden?!

Die Nachricht

erwischt die 80-jährige auf der Autobahn nach Lübeck per Handy. Da hatte es jemand sehr, sehr eilig, ihr diese Unannehmlichkeit mitzuteilen. Der Überbringer der Botschaft, Sven Fraaß, erklärt, dass er sie schon vor Monaten informiert habe, dass nun vegan angesagt sei. Die Ehrenamtliche versichert glaubhaft, sie habe das nie und nimmer so verstanden, dass sie die Eier ihrer einst vom HTV geretteten Hühner nicht mehr verwenden dürfe.

Er kennt sie bestens, beide schätzen sich. Sie war längst aktives Mitglied im HTV, als er eingestellt wurde! Warum mutet er ihr das zu? Sie gehörte zu den Aktivsten und kam immer aus Harburg in den HTV, wenn er sie um Hilfe bat.

Das ist ein Mini-Lehrstück

über Machtpolitik im Mikrobereich des Öffentlichkeits-Referats im HTV: Wie macht man Mitarbeiter gefügig, wie zwingt man sie zum Einknicken, Mitmachen, auch wenn’s schäbig wird?

Es kann ihm nicht leicht gefallen sein. Wie widerwärtig und unwohl ihm die unmenschliche Nachricht war und ist, kann man sich lebhaft vorstellen, denn rabiate Umgangsweisen liegen ihm nicht. Freunde vom Hamburger Tierschutzverein erlebten ihn zuletzt, als er telefonisch angewiesen wurde, deren Aktenstudium für die Mitgliederversammlung zu beenden. Er wand sich und bat betreten, verschämt, doch bitte in 10, 9, 8 … Minuten fertig zu werden. Erneuter Anruf. Er probierte, energischer zu wirken, entschuldigte sich, war offensichtlich in Angst vor der Person, die ihn kategorisch aufforderte und maßregeln würde, wenn er nicht spurte. Die Freunde verstanden und gingen vorzeitig. Fassungslos.

Wegen der Arie um zwei Eier für 30 Waffeln wurde der Mann augenscheinlich massiv ins Gebet und in die Zange genommen. Aus freien Stücken macht er sowas nicht. Es ist bekannt, dass er stets begründete Ausnahmen von sturen Regeln billigte; freundlich und ausgleichend, wie er ist, hätte er eine versöhnliche Regelung gefunden.

Hat man ihm vorgeworfen, er hätte die Ehrenamtliche nicht oder nicht genau genug informiert? Wäre er damit mitschuldig und geriet unter Rechtfertigungsdruck? Nach dem schnellen Abgang des MoPo-Journalisten, der sowas nicht lange mitmachte(!), ist er wieder Leiter des Öffentlichkeits-Referats und muss seines Amtes walten. Egal, wie er sich dabei fühlt…

Foto: congerdesign/Pixabay 

3 Comments

  1. Hanna Büchner-Mack

    Die Frau, um die es hier geht, ist seit 50 Jahren Mitglied im HTV. In anderen Vereinen bekommen die Menschen dafür eine goldene Ehrennadel, lebenslange Ehrenmitgliedschaft etc. Zutiefst beschämend – mal wieder

  2. Tanja Witt

    Ich würde vorschlagen, das alle Mitglieder des HTV, die nicht zu 100 % vegan leben, aus dem Verein austreten sollten. Solche Mitgliedschaften sind einfach nicht vertetbar für den Verein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.