Schwerer Unfall im Tierheim Süderstraße

18. Juli 2019

Unfall im Tierheim Süderstraße

Heute Mittag ereignete sich im Tierheim Süderstraße ein schwerer Beißvorfall. Eine Tierpflegerin erlitt schwerste Bisswunden an beiden Händen, mit offenen Brüchen, durchtrennten Sehnen und mehrere starke Bissverletzungen an beiden Beinen. Bei Eintreffen von zwei weiteren Tierpfleger*innen lässt der Hund kurz von ihr ab, so dass sie den Zwinger verlassen und die Tür zuschlagen kann. Nach dem Eintreffen von Notarzt, Rettungswagen und Polizei, wurde die schwer verletzte Tierpflegerin in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht.

Hintergrund: Ende Juni hatte eine der letzten Tierpflegerinnen, die Erfahrungen mit schwierigen Hunden hatte und diese auch händeln konnte, ihren letzten Tag im Tierheim. Aber auch schon vor ihrer Kündigung, konnte aus Zeitmangel längst nicht mehr regelmäßig mit diesen Hunden gearbeitet werden.

Wir wünschen der Tierpflegerin eine baldige Genesung. Zu hoffen bleibt aber, dass es nicht zu weiteren folgenschweren Unfällen kommt, weil Mitarbeiter*innen fehlen und es an regelmäßigen, fachkundigen Fortbildungsmaßnahmen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die täglich diese schwierige und teils auch gefährliche Arbeit verrichten, fehlt.

Wie wir am 22. Juli aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, wurde die Tierpflegerin glücklicherweise nur an einer Hand schwer verletzt. Außerdem erlitt sie eine oberflächliche Verletzung an einem Oberschenkel.

Wir bemühen uns selbstverständlich immer um wahrheitsgetreue Berichterstattung, sind jedoch vor (sicher unbeabsichtigten) Fehlinformationen nicht gefeit. Wir erhielten die Informationen von Augenzeugen, die möglicherweise auch unter Schock standen und die Verletzungen dadurch noch schlimmer schilderten als sie sind.

Update vom 20.7.19: In einer älteren Version des Beitrags hatten wir irrtümlich gemeldet: „Eine zur Hilfe eilende zweite Tierpflegerin schaffte es, dem Hund einen Maulkorb überzuziehen, bevor er auch sie attackieren konnte“.

Foto:  Golda Falk/Pixabay 

11 Comments

  1. Brigitte Lins-Tennert

    Soll damit unterschwellig unterstellt werden, dass die Tierpflegerin selbst schuld war ? Ich finde diesen Kommentar unmöglich ! Wem bitte soll man diesen Hund noch anvertrauen ?

    1. HTV Freunde

      Auf gar keinen Fall! Unfälle passieren leider. Aber wenn qualifiziertes Personal kündigt, liegt es in der Verantwortung von Vorstand und Tierheimleitung für qualifizierten Ersatz zu sorgen. Früher wurden für problematische Hunde zumeist zwei Pfleger*innen eingesetzt. Das ist bei der bestehenden Personalnot schon lange nicht mehr möglich.

      1. Patricia

        Erstmal gute Besserung!
        Ich hoffe das der Hund jetzt nicht der Leidtragende ist und eingeschläfert wird 🙁
        Bitte wendet euch an die HellHoundfoundation, die arbeiten nur mit schwierigen Hunden und geben Ihnen eine 2te Chance ❣

  2. Katja

    Alles Gute für die Tierpflegerin und selbstverständlich auch für die verstörten Nasen, die hoffentlich bald wieder adäquate und dementsprechend viele Helfer an ihre Seite bekommen.

  3. Nora W

    Gute Besserung für die Tierpflegerin!
    Nach einem „Unfall“ ist schnell die Berufsgenossenschaft zur Stelle und überprüft die Sicherheit. Hoffen wir mal…..
    Was ist wohl die Ursache dieser schlimmen Verletzungen? Nur der Hund?
    Kann man auch gute Besserung für mensch- und tierverachtendes Verhalten wünschen? Wie viele Verletzte, psychisch und physisch werden noch folgen?

  4. Marcus

    Ich finde bedauerlich, dass der Sachverhalt leider nicht richtig dargestellt wurde. Die Tierpflegerin wurde nur an einer Hand schwer verletzt. Zusätzlich hat es eine oberflächliche Verletzung an einem Oberschenkel gegeben. Es ist also nicht richtig, dass beide Hände und beide Beine betroffen sind. Knochenbrüche hat es auch keine gegeben. Keine Frage, die vorhanden Verletzungen sind schwer genug, aber man sollte doch bitte bei der Wahrheit bleiben. Ansonsten lässt man sich auf das gleiche niedrige Niveau herab. Ich wünsche allen Beteiligten (auch den Ersthelfern) alles Gute für Leib und vor allem auch für die Seele.

    1. HTV Freunde

      Lieber Marcus, vielen Dank für die Richtigstellung. Wir bemühen uns selbstverständlich immer um wahrheitsgetreue Berichterstattung, sind jedoch vor (sicher unbeabsichtigten) Fehlinformationen nicht gefeit. Wir erhielten die Informationen von Augenzeugen, die möglicherweise auch unter Schock standen und die Verletzungen dadurch noch schlimmer schilderten als sie sind. Aber wie Sie schon schreiben, die Verletzungen sind schwer genug und unsere Gedanken sind bei der Tierpflegerin, die Schreckliches durchmachen musste.

  5. Dennis Heidensleben

    Bei den finanziellen Mitteln des TH, oft fragwürdig erwirtschaftet oder verprasst, sollte doch genug Geld vorhanden sein, um dafür einen Profi zu bezahlen…aber dann würde ja das Tier mit seinen Bedürfnissen über dem Profit stehen….
    Gute Besserung an die arme Tierpflegerin…

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