27. November 2019

Ich arbeite gerne im HTV

Ich arbeite gerne im HTVIn der aktuellen „ich&du 03/19“, die dieser Tage an die Mitglieder vom Hamburger Tierschutzverein verschickt wurde und die heute online gegangen ist, gibt es die Rubrik: „Menschen im HTV“. In dieser Ausgabe lässt der Verein auf drei Seiten 16 seiner 97 (Stand zur Mitgliederversammlung 2019) Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu Wort kommen, warum sie gerne im HTV tätig sind.

Ob Buchhalter*in, Tierrettungsfahrer*in oder Tierpfleger*in – für tierschutzaffine Menschen und Tierfreund*innen muss es wie ein 6er im Lotto sein, eine Festanstellung in einem der größten Tierschutzvereine Deutschlands gefunden zu haben. Daher überraschen auch Zitate wie diese nicht wirklich: Ich arbeite gerne im HTV, weil

• ich hier meinen Herzenstieren, den freilebenden Katzen, helfen kann…
• wir rund um die Uhr für Tiere in Not da sind…
• ich mit Kolleg*innen zusammenarbeite, die genauso denken wie ich…
• weil wir mit vereinten Kräften auch Tiermüttern und ihren Kindern eine liebevolle und sichere Obhut bieten können…
• die Ausbildung im Tierheim so spannend und vielseitig ist…
• weil ich hier meine beiden Leidenschaften Tierschutz und Handwerk verknüpfen kann…

Wer zum Team des HTV gehört, ist wahrscheinlich von Haus aus Tierschützer*in und hat einen Traumjob gefunden, den er oder sie nicht ohne zwingenden Grund aufs Spiel setzen würde.

Aber warum hat die Redaktion der „ich&du“ gerade jetzt die Rubrik „Menschen im HTV“ umgestellt? Hieß es in Heft 02/19 noch „Fünf Fragen an…“, lautet der Titel jetzt „Ich arbeite gerne im HTV, weil…“. Und warum erinnert der Slogan so an die seit Monaten laufende Foto-Aktion der Freunde vom Hamburger Tierschutzverein, mit der Mitglieder erklären „Ich bin ein/e Freund/Freundin vom Hamburger Tierschutzverein, weil…“?

Hat da etwa jemand kalte Füße bekommen, weil sich Woche für Woche immer mehr Mitglieder zur Opposition bekennen und die Freunde vom Hamburger Tierschutzverein unterstützen? Ist das der verzweifelte Versuch, Berichte über Kündigungen, sinnlose (und daher auch noch nie gewonnene) Arbeitsgerichtsprozesse oder nicht verlängerte Verträge als „Fake News“ abzutun? Oder Aussagen von ehemaligen Mitarbeiterinnen, wie der „Frau mit den roten Haaren“, oder dem langjährigen „Gesicht des HTV im NDR-Fernsehen“ zu diskreditieren?

Dass alle Mitarbeiter*innen ihren Beruf lieben, steht für die Freunde vom Hamburger Tierschutzverein außer Frage. Aber warum äußert sich lediglich eine Angestellte zum Vorstand? Die meisten anderen Antworten wirken diplomatisch und vor dem Hintergrund des nicht eben arbeitnehmerfreundlichen Klimas im HTV sind sie kaum anders zu erwarten.

Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann – tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde.

Margaret Mead (ich&du, 03/2019, Seite 26)

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