22. Januar 2020

Razzia im Tierheim Süderstraße

Razzia im TierheimKurz nach 9 Uhr morgens betraten acht Behördenvertreter des Bezirksamts Mitte die Eingangshalle des Tierheims, um eine unangemeldete Kontrolle durchzuführen. Es hatte Hinweise gegeben auf dauerhafte Überbelegung bei gleichzeitig konsequent sinkender Zahl an ausgebildeten Pflegekräften, so dass eine artgerechte Versorgung und Pflege nicht mehr zu leisten ist. Der Aufforderung, genaue Zahlen zu den beherbergten Tieren sowie festangestellten Tierpflegern anzugeben, war der HTV zuvor nicht nachgekommen. Daher rückte man, um Klarheit zu schaffen, nun selbst zur Zählung an. Wie fast schon gewohnt rief nun der HTV seinerseits die Polizei zu Hilfe, doch diese war bereits vor Beginn der Aktion in Kenntnis gesetzt worden und erschien zwar, schritt aber nicht in der von den HTV-Verantwortlichen gewünschten Form ein.

Drei Stunden dauerte die Kontrolle, das Ergebnis wird gegen Ende der Woche erwartet.

Bereits vor Wochen wurden in zwei Aktionen über 200 tote Tiere auf dem Tierheimgelände durch das Veterinäramt beschlagnahmt. Die Freunde vom Hamburger Tierschutzverein weisen seit Monaten auf die eklatante Personalsituation und daraus resultierende Probleme hin und fordern die Mitglieder des Hamburger Tierschutzvereins auf, sich aktiv an den bevorstehenden Vorstandswahlen zu beteiligen.

Wie das Hamburg Journal berichtet, wird der Anwalt des HTV – wie nicht anders zu erwarten – Anzeige wegen Hausfriedensbruch gegen die Behörde stellen. Doch laut „Änderungsvertrag zum Vertrag zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg vertreten durch die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV)“ …. darf nach § 12 ein Zutritt nach Absprache erfolgen. Bei Gefahr im Verzug oder Hinweisen auf Missstände darf nach §§ 16 Gesetz zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung und Tierschutzgesetz ein unangemeldeter Zutritt erfolgen“.

Wie der HTV-Vorstand auf der vereinseigenen Website erklärt, dränge sich der Verdacht auf, dass das behördliche Vorgehen darauf abziele, den vom HTV unter seinem aktuellen Vorstand mit großem Herzblut betriebenen Tierschutz einzudämmen und gleichzeitig die Leitungskontrolle über ein privates Tierheim zu erlangen … und durch ständig behauptete Rechtsverstöße die vorbildliche Arbeit des Vorstands zu desavouieren (in der Öffentlichkeit bloßzustellen). Weiter kündigt der HTV-Vorstand an: „Es wird also eine gerichtliche Klärung erforderlich sein“.

Anmerkung der Redaktion: Bereits einmal ist der HTV-Vorstand gerichtlich gegen die vermeintlichen Schikanen der Behörde vorgegangen und scheiterte damit vor dem Verwaltungsgericht.

One comment

  1. Nora Wald

    Wer diesen Vorstand erleben durfte. den wundert NICHTS mehr.
    200 tote Tiere abgeholt, das in einem Zeitraum von 6-8 Wochen, hierbei wurden 5 Hunde und 27 Katzen gefunden, der Rest Wild- und Kleintiere. Der Kommentar vom Tierheim: Bei einem Tierheim dieser Größe „normal“.
    Wenn eine Schlange an einem Freitag gefunden wurde, das zuständige Tierheim aufgrund gesetzl. Bestimmungen es nicht aufnehmen kann, diese dann Montag Nachmittag von der dortigen Behörde lebend abgegeben wird und das Tier am nächsten morgen tot ist, ist auch normal und ein Fall für die Tonne.
    Arme Tiere, arme Mitarbeiter, mehr kann man leider nicht sagen/ machen. Oder doch: Bitte liebes Vet.-Amt Eimsbüttel, bleibt dran!

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