31. Januar 2020

31. Januar 2020

Abschied nach fast 45 Jahren

Ob sanft und schmusig, kratzbürstig und unnahbar, verletzt, von ihren Menschen ausgesetzt oder ins Tierheim abgeschoben – Hanni H. hat sie alle geliebt. Die Samtpfoten waren ihr Leben und in den 44 Jahren und 9 Monaten, die sie im Katzenhaus des Hamburger Tierschutzvereins gearbeitet hat, wurde sie nur von dem Wohl der ihr anvertrauten Schützlinge angetrieben. Jetzt geht die erfahrene Tierpflegerin in den wohlverdienten Ruhestand.

Sie hinterlässt eine Riesenlücke

Auch wenn sich die Rentnerin zukünftig ehrenamtlich weiter um ihre geliebten Stubentiger kümmern möchte, ihr Weggang hinterlässt eine Riesenlücke in der ohnehin prekären Betreuungssituation im Tierheim in der Süderstraße. Mit ihr gehen auch Fachwissen, Kontakte und Erfahrungen, die junge Tierpfleger*innen noch gar nicht mitbringen können – und auch die wenigsten Minijobber.

Einfach nur traurig

So jemanden lässt man nicht einfach gehen. Nicht ohne einige Worte der Anerkennung und des Dankes. Nicht ohne eine kleine Abschiedsfeier. Dem amtierenden Vorstand des Hamburger Tierschutzvereins ist diese Lebensleistung aber nicht mehr als ein paar Werbeartikel wert und die werden der langjährigen Mitarbeiterin noch nicht einmal persönlich überreicht. Das vegane Kochbuch vom Deutschen Tierschutzbund und die Klara-Plüschkuh der Arche Noah-Aktion 2019 darf sich die langgediente Mitarbeiterin zum Abschied auch noch selbst abholen – zusammen mit einem nicht mehr ganz frischen Blumenkorb, der zu aller Gedankenlosigkeit auch eine für Katzen giftige Pflanze enthält.

Immer loyal

Die Katzenfreundin hat sich immer nur um ihre Schützlinge gekümmert und den jeweils amtierenden Vorstand so akzeptiert, wie er war. Für sie ging es immer nur um die Tiere! Wie es ihr dabei ging, war für sie immer nebensächlich. Trotzdem wurde sie von Extierheimchef Wolfgang Poggendorf in sein Büro zitiert, weil er unterstellte, dass sie sich im Hamburger Abendblatt abgekürzt als Hanni H. kritisch gegen den HTV geäußert habe. Eine Verwechslung wie sich dann rausstellte. Wie damals der später rechtskräftig verurteilte Poggendorf, hat augenscheinlich auch der noch amtierende Vorstand nicht begriffen, welchen unermesslichen Wert Mitarbeiterinnen wie sie für den Tierheimbetrieb haben.

Wir danken Hanni H. für ihren Einsatz für die Katzen und wünschen ihr für die Zukunft alles erdenklich Gute!

4 Comments

  1. Nora Wald

    Das beste Beispiel für:
    Was ist ein Mitarbeiter, der sich hier noch einsetzt, wert: NICHTS!
    Einsatzbereit für Tiere, egal, loyal, egal.
    Einfach nur schäbiges Verhalten. Benehmen ist sowieso ein Fremdwort.
    Wenn das berühmte Karma existiert: Bitte endlich dieses zeigen, DANKE!

  2. Sabine K.

    Auch wir wünschen Frau H. alles erdenklich Gute. Es gibt ganz selten Menschen, die ein solches Gefühl für die Tiere haben – und die sich selbst so wenig in den Vordergrund stellen.

    Rampenlicht und Applaus haben ihr nie etwas bedeutet. Die Tiere alles …

    Sie wird fehlen.

    Wie kann man als Vorstand und Tierheimleitung so schäbig sein? Unbegreiflich traurig.

  3. Renate Stanius

    Ich bin zwar seit 12 Jahren Gassigeherin. Da ich aber auch eine Katze habe, bin ich jedes Mal auch ins Katzenhaus gegangen. Dabei habe ich immer wieder gesehen, wie Frau H. mit den Katzen vertraut war. „Ja, Mama kommt schon“, das hat sie immer gesagt, wenn sie dort sauber gemacht oder Futter ausgegeben hat. Überhaupt hat Frau H. eine liebevolle Ausstrahlung, sei es für Tier oder Mensch! Frau H., ich wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft, bleiben Sie gesund!

  4. Uta Britt

    Ich hatte mit Drohungen den Vorstand veranlassen wollen, Frau Hischer nicht so gehen zu lassen. Herausgekommen ist die lächerliche halbe Stunde, zu der der Schatzmeister verpflichtet wurde und die schon sehr genau beschrieben wurde. Das war so schäbig.
    Wenn die Wahl nicht bevor gestanden hätte, und einen so glücklichen Ausgang gehabt hätte, hätte ich diese Schande „nachverhandelt“.

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