10. Februar 2020

Mehr Schein als Sein

Als sie im vergangenen Jahr die Zusage vom HTV bekommen hatte, dass sie zum 1. Juni dort als Tierpflegerin arbeiten könne, war sie hin und weg. Doch Svenja Schulz bekam sehr schnell mit, dass alles mehr Schein als Sein ist. Schon während des Bewerbungsgesprächs wurde ihr mitgeteilt, dass andere Tierpfleger*innen grundlos aufmüpfig seien und – durch die Blume gesagt – einfach nur undankbar wären.

Inzwischen hat sie ihren Traumjob gekündigt. Am 10. Februar war ihr letzter Arbeitstag. Den Freunden vom Hamburger Tierschutzverein hat sie erklärt, warum sie den Hamburger Tierschutzverein wieder verlassen hat:

„Ich liebe meinen Beruf“, sagt die ausgebildete Tierpflegerin, „aber Vorstand und Tierheimleitung sehen in den Tierpfleger*innen nur Mittel zum Zweck. Sie werden wie Dreck behandelt. Die Hallen sind Oberkante voll mit Tieren, und trotz extremen Personalmangels werden auf Krampf neue Auslandshunde geholt. Bevor es nun wieder heißt: ‚Jetzt wird wieder gegen die Rumänenhunde gewettert‘, muss ich gleich dazwischen grätschen. Ich finde Auslandstierschutz toll. Ich finde es auch gut, wenn man diesen Tieren eine neue Chance geben kann. Aber in gesundem Maße und nicht auf diese extreme Art, wie sie durch den Vorstand, ohne Rücksicht auf Verluste praktiziert wird. Das ist für mich kein Tierschutz mehr, sondern grenzt für mich schon fast an Animalhoarding! Aber Hauptsache, die Außenwirkung stimmt. Den Menschen wird gezeigt, wie die neuen Rumis gebadet werden und extra auserwählte Hundekuschler nur für die Rumänen organisiert werden. Was die Öffentlichkeit leider nicht sehen kann ist, dass die Mehrheit der Tiere täglich nur wenige Minuten gemeinsame Zeit mit ihren geliebten Pflegern haben und sie den Rest des Tages alleine im Zwinger sitzen. Das heißt im Klartext: Keine Kuschler für den Rest des Tages!“

Zum Abschluss betont sie:

„Ich habe unheimlich gerne mit dem Team zusammengearbeitet, aber ich bin wütend darüber, dass die Tierpfleger kaputt gehetzt werden. Es muss sich dringend etwas ändern!“

 

Foto: Viktar Masalovich/Pixabay 

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