16. Februar 2020

16. Februar 2020

Bewährte Traditionen

Bewährte Traditionen im HTV

Der amtierende Vorstand des HTV schmückt sich immer gerne mit vermeintlich Neuem, wie dem Schutz von Exoten, den Kindersonntagen oder der Tierschutzberatung. Aber wurden diese tatsächlich erst von der amtierenden Vorsitzenden eingeführt?

Schon zu Zeiten der Schwarz-Weiß-Fotografie war der Hamburger Tierschutzverein einer der Vorreiter, wenn es darum ging, Reptilien, Exoten und Gefahrtiere aufzunehmen. Das Reptilienhaus wurde in den letzten 20 Jahren immer wieder um- und angebaut und an die Bedürfnisse der anspruchsvollen Tiere angepasst. Auch die einheimischen Wildtiere kamen im HTV bis vor einigen Jahren nie zu kurz. Ein Biotop mit Teich und vielen Pflanzen für die Pflege und Auswilderung von verletzten Vögeln lag genau vor dem Vogelhaus. Den gibt es nicht mehr, so dass die Wildvögel, nachdem sie genesen sind, heute nicht mehr selbst entscheiden können, wann sie wieder durchstarten.

Seit Jahrzehnten kümmern sich fachkompetente Tierpfleger um die Versorgung von kranken und verletzten, sowie um die Aufzucht und Auswilderung verwaister Jungtiere. Zahlreiche Pfleger nahmen früher auch Wildtiere zwecks Auswilderung mit nach Hause, haben sich teilweise sogar Volieren extra dafür gebaut. Die Tierschutzinspektion (heute Tierschutzberatung) kümmert sich ebenfalls seit mindestens 60 Jahren um Tierrechte in Hamburg. Schon vor 40 Jahren waren zwei festangestellte Vollzeitkräfte im Sinne der Tiere in Hamburg unterwegs. Genauso beteiligen sich viele Mitarbeiter schon seit Jahrzehnten an Demonstrationen. Da wundert es einen nicht, dass Vorstandskandidat Nick Martens, der bereits vor zehn Jahren vor dem LPT Gelände demonstriert hat, sich jetzt über den langersehnten Erfolg, die Schließung des Labors, so freut. Aber auch der Auslandstierschutz ist nichts wirklich Neues, denn die ersten Rumänen hat nicht etwa die amtierende Vorsitzende, sondern eine Vorgängerin im Amt nach Hamburg geholt.

Die Jubiläumsausgabe der ich & du von 2011 zum 170-jährigen Bestehen des HTV bietet einen kleinen Einblick in das Wachsen und Werden des vereinseigenen Tierheims Süderstraße. Neben Gesichtern, die den Verein prägten, sieht man Fotos z.B. vom Hundebadeteich, der Tierarztpraxis, der Tierrettung, dem Spatzencafé, Informationsständen auf Straßenfesten und den auch heute noch beliebten Kindersonntagen. Schöne Projekte, die seit Jahrzehnten Tradition beim Hamburger Tierschutzverein haben und auch unter einem neuen Vorstand weitergeführt werden sollten.

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