22. Februar 2020

Vegan oder nicht vegan?

Die Freunde vom Hamburger Tierschutzverein wurden gefragt, ob mit einer Abwahl des derzeitigen Vorstands auch die vegane Ernährung keine Rolle mehr im HTV spielen wird. Wir haben die Kandidatierenden gefragt und bekamen von allen eine ganz ähnliche Antwort:

Warum sollten wir uns gegen die Verhinderung von Tierleid wenden? Wir sind doch alle TierSCHÜTZER!

glückliche SchweineTatsächlich wird den Freunden vom Hamburger Tierschutzverein „wahlkampftaktisch“ die Empathie für sogenannte „Nutztiere“ abgesprochen und die Freunde vom HTV als „Kuscheltierschützer*innen“ hingestellt. Doch das zählt ebenso zu den erfundenen Geschichten, wie die Behauptung, sie wären gegen Auslandstierschutz. Auch wenn in der täglichen  Märchenstunde des aktuellen Vorstands gerne suggeriert wird, mit der Abwahl des Vorstandes sei der Untergang allen tierpolitischen Fortschrittes  vorprogrammiert, darf man doch getrost davon ausgehen, dass die Gegenkandidat*innen im Fall ihrer Wahl nicht alles umwerfen, was eindeutig dem Tierschutz nützt!

Ausgelöst durch die Mobilisierung der Öffentlichkeit durch die Organisation SOKO Tierschutz im Fall des LPT, ist bei vielen Menschen ein anderes Ernährungsbewusstsein entfacht worden: Weg von der Massentierhaltung, weg von Billigfleisch. Diese zarte Pflanze gilt es zu pflegen, dranzubleiben und im Tierschutz fest zu verankern. Es ist ein Entwicklungsprozess, der bei dem Einen schneller, beim Anderen langsamer abläuft und manch einem gelingt es vielleicht nie, ganz auf tierische Produkte zu verzichten. Es ist ein erster Schritt, über das Stück Fleisch auf dem Teller nachzudenken, anstatt es einfach nur zu essen. Damit hat es vermutlich auch bei den meisten Veganer*innen angefangen. Es ist ein guter Weg, den Menschen auf Tierheimfesten und im Spatzencafé die Möglichkeit zu geben, vegane Speisen kennenzulernen, Interessierten erprobte Rezepte anzubieten und ihnen so die ersten Schritte zu ermöglichen. Das soll auch so bleiben. Aber es soll niemand missioniert werden, der nicht überzeugt werden will. Auch das gehört zur Demokratie.

 

Foto: Beatrice Hohl/Pixabay 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.