24. März 2020

Sang- und klanglos in den Ruhestand

Während sich der Hamburger Tierschutzverein mit einer Pressemitteilung vom 24. März damit brüstet, auch in Krisenzeiten nicht nur ein sicherer Hafen für alle Tiere, sondern auch für seine Arbeitnehmer*innen, zu sein, wird die langjährige Tierpflegerin Regina Worisek nach mehr als 37 Jahren sang- und klanglos in den Ruhestand geschickt. „Am Wochenende vom 21. auf den 22. März hätte ich noch arbeiten sollen“, sagt sie, „aber dann erhielt ich am Donnerstag einen Anruf, dass ich aufgrund der derzeitigen Situation nicht mehr zur Arbeit kommen müsse“.  Diese Freistellung wurde der Mitarbeiterin im „alten Katzenhaus“ dann auch schriftlich bestätigt. „Meine Kolleginnen konnten diese Entscheidung so gar nicht verstehen, weil insbesondere am Wochenende immer alle Hände gebraucht werden“, so Worisek.

In der Pressemitteilung heißt es dagegen weiter: „Im Gegensatz zu anderen Arbeitgeber*innen muss hier niemand um ihren oder seinen Job fürchten. Im Gegenteil, wie Tierheimleiterin Susanne David berichtet, stellt der HTV gerade jetzt verstärkt und sogar langfristig Personal ein“. Gleichzeitig lässt er aber erfahrene Kräfte vorzeitig gehen. Wie passt das zusammen?

Es passt ins Bild!

Denn kritische Mitarbeiter*innen, die wie Regina Worisek im Hamburg Journal den Mut aufgebracht haben, sich zur aktuellen Personalsituation zu äußern, können auf der „Reise des HTV“ nicht länger mitgenommen werden. Gefragt nach der Stimmung unter den Mitarbeiter*innen hatte sie am 3. März vor laufenden Kameras gesagt:

Die Stimmung ist mies unter den Mitarbeiter*innen, weil nicht genug Leute da sind, einem immer mehr aufgehalst wird und viele am Ende sind.

Bonmot am Rande

Aufgrund der sich ausbreitenden Corona-Pandemie hat der amtierende Vorstand gerade einen Etat von 100.000 Euro für den Einsatz von Hilfspersonal beschlossen. Unter Umgehung des Betriebsrats, der bei solchen Entscheidungen immer eingeschaltet werden muss, wurden bereits Mitarbeiter einer Dienstleistungsfirma eingesetzt, um die Tierpfleger*innen von Reinigungsarbeiten zu entlasten.

Wir meinen:

Ein sicherer Hafen für Arbeitnehmer*innen sieht anders aus!

One comment

  1. S.B

    Eine bodenlose Frechheit, wie aber auch nicht anders zu erwarten war. Kritiker werden ausgeknockt, nur weil Sie die Wahrheit sagen und/oder eine Meinung äußern ! Ich hoffe es hat bald ein Ende, und es kommen geeignete Führungskräfte bei der Neuwahl 2020 in der Süderstraße damit das Spektakel endlich ein Ende hat. Ich hoffe auf eine neu Besetzung damit der Ruf Wiederhergestellt werden kann, was derzeit nicht möglich ist.

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