8. August 2020

100 Tage Bilanz

100 Tage Bilanz im HTV100 Tage ist der neue Vorstand jetzt im Amt und der frische Wind ist im Tierheim deutlich zu spüren. Die Mehrzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommt wieder entspannt in die Süderstraße und geht hochmotiviert daran, ihr Bestes für die über 1.000 vierbeinigen und gefiederten Schützlinge zu geben.

In den ersten 100 Tagen ist es schon zu Veränderungen im neu gewählten Vorstand gekommen. So trat einer der Beisitzer bereits kurze Zeit nach Amtsantritt zurück. „In der Findungsphase“, so das ehemalige Vorstandsmitglied auf der HTV-Website, „haben sich größere Unterschiede in der Bewertung wesentlicher Sachfragen ergeben, darum habe ich mein Amt zur Verfügung gestellt“. Ihm folgte durch Kooptation Dr. Gabriele Waniorek-Goerke, Vorsitzende Richterin am Verwaltungsgericht i.R. und in den Jahren 2008 bis 2012 1. beziehungsweise 2. Vorsitzende des Vereins.

150 neue Mitglieder

Wie aus Tierheimkreisen zu erfahren ist, wurden drei ehemalige Tierpfleger*innen wieder eingestellt, 13 Mitglieder haben ihren Unmut über das Wahlergebnis mit Kündigung bekundet, dafür konnten aber rund 150 neue Mitglieder im Verein begrüßt werden. Auch zahlreiche Ehrenamtliche haben sich zurückgemeldet und haben ihre ehrenamtliche Unterstützung wieder aufgenommen bzw. werden sie nach den Corona-Einschränkungen wieder aufnehmen. Die von der Stadt geforderte Vogel-Quarantäne-Station soll beschlossen worden sein und sich der Bau bereits in Planung befinden. Das Fundtier-Album, das sich Mitarbeiter*innen schon so lange gewünscht hatten, wurde auf der Facebook-Seite des Vereins umgesetzt. Erste Kontakte zu Politik und anderen Vereinen und Institutionen wurden geknüpft.

Was sagen Mitglieder und Ehrenamtliche?

Der Mitgliedsantrag aus dem Frühjahr 2019 von Hanna B., die sich schon lange ehrenamtlich um die Aufzucht mutterloser Kitten kümmert, wurde endlich bearbeitet. Sie spricht von einer spürbar lockeren Stimmung auf dem Tierheimgelände: „Fröhliche, entspannte Gesichter zeigen mir, dass die Menschen wieder gerne dort sind“. Ute B. geht an ihrem freien Tag mit Lucky Gassi, der mit ihrer Patenhündin Gina in einem Zwinger lebt. Sie freut sich, dass für den Gassigängerausweis keine jährlichen Gebühren mehr erhoben werden.  „Traurig bin ich nur, dass ProdogRomania die Zusammenarbeit mit dem HTV beendet hat“ sagt sie, „was ja letztendlich zulasten der Hunde geht“. Ein vom alten Vorstand geschasstes Mitglied berichtet von Tierschutzfreunden aus der Natur- und Umweltpolitik, die die große Erleichterung über den Wahlsieg der Opposition teilen. Der neue Vorstand sorge bei Beschäftigten für Ruhe und Vertrauen, prüfe die Zuständigkeiten und ordne sie neu, motiviere die Ehrenamtlichen und bereite sich auf das Ende der Corona-Beschränkungen vor. Jule T., gegen die der abgewählte Vorstand erfolglos ein Ausschlussverfahren eingeleitet hatte, ist erleichtert, dass die Situation der Listenhunde in Hamburg beim neuen Vorstand wieder eine zentrale Rolle spielt. Auf Marcel H. wirken die Mitarbeiter*innen trotz der Einschränkungen während Corona entspannter und motivierter. „Man merkt, dass sie endlich durchatmen können und nicht an jeder Ecke mit einer Abmahnung rechnen müssen“, sagt er. Für ihn sei das eine positive Entwicklung, die den Tieren zugutekommt. Insgesamt scheint aber noch nicht in allen Köpfen angekommen zu sein, dass der neue Vorstand nicht regiert, sondern demokratisch agiert.

Das ist aus der Belegschaft zu hören

Nach der anfänglichen Euphorie in weiten Teilen der Belegschaft, hat auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Alltag wieder eingeholt. Doch die Unterstützung für den neuen Vorstand ist nach wie vor groß. Manche sprechen von einem Klüngel, der immer noch da ist, der Vorstandsmitglieder ausbremse und ihnen die Arbeit schwermache. Daher werden zunehmend Stimmen laut, die sich mehr Entschlossenheit der neuen Vorstandsmitglieder und auch den Mut zu unbequemen Entscheidungen wünschen.

Foto: JeanOne/Pixabay 

One Comment

  1. Ursula Langenbach

    Es ist für einige Mitarbeiter bestimmt schwer, sich wieder an einen neuen Vorstand zu gewöhnen. Besonders für DIE, die mit dem alten Vorstand „ich sage es einmal so“ gemeinsame Sache gemacht haben und gut dabei zurecht gekommen sind. Manche sogar zu gut!!! Doch ich kann immer nur sagen:“ Gemeinsam sind wir stark!“ Ein gesundes Arbeitsklima kann nur für alle Beteiligten von Vorteil sein. Genauso geht es sicherlich auch einigen ehrenamtlichen Mitarbeitern, doch ich hoffe, das auch sie merken das es jetzt im Sinne aller geht. Ein Neuanfang ist nie ganz einfach, doch mit gutem Willen und immer an erster Stelle mit dem Tierschutzgedanken sollte es doch allen gelingen. Sicherlich wird es immer mal Meinungsverschiedenheiten geben, doch das kommt in der besten Familie vor und Kritik trägt ja auch dazu bei, dass man dann auch etwas verbessern kann. Ich wünsche dem neuen Vorstand weiterhin alles Gute.

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