17. März 2021

Keine gemeinsame Sache mit dem LPT

Keine gemeinsame Sache mit dem LPTDerzeit kursieren auf diversen Social Media-Kanälen Meldungen, wonach sich der amtierende HTV-Vorstand ganz aktiv um eine Kooperation mit dem Laboratory of Pharmacology and Toxicology (LPT) bemüht habe. Untermauert wird diese vermeintliche Ungeheuerlichkeit mit einem Mailwechsel zwischen Vorstandsmitglied Dr. Gabriele Waniorek-Goerke, Dr. Christiane Soltau (Behörde für Justiz und Verbraucherschutz) und Thomas Wiedemann (LPT), der unter Missachtung des Datenschutzes mit den persönlichen Daten der Beteiligten bei Facebook veröffentlicht wurde. Dass es in diesem Schriftwechsel lediglich um die Vereinbarungen eines Besichtigungstermins geht, spielt keine Rolle! Und so treiben Spekulationen und Unterstellungen in den Kommentaren bizarre Blüten.

Was tatsächlich geschehen ist

Wie wir alle wissen, platzt das Tierheim in der Süderstraße aus allen Nähten und der amtierende Vorstand lässt nichts unversucht, Erweiterungsflächen von der Freien und Hansestadt zu bekommen. Im Herbst 2020 meldete sich ein Vertreter der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz (BJV) bei Dr. Gabriele Waniorek-Goerke, der aus der Zeitung erfahren hatte, dass das LPT-Gelände in Mienenbüttel dem Tierschutz zugeführt werden solle. Er habe zwar keine näheren Informationen, meinte aber, dass es eine gute Chance für den HTV sei, sein Flächenproblem zu lösen. Nach seiner Empfehlung, der Sache nachzugehen, kam der Vorstand mehrheitlich (dafür genügt eine einfache Mehrheit von vier Vorstandsmitgliedern) zu dem Schluss, dass man nicht ohne sachlich-fachliche Argumente ablehnen könne und somit nicht umhinkomme, sich dem Anliegen aktiv zu stellen – d.h. einen Besichtigungstermin zu vereinbaren. Das Vorstandsmitglied Nick Martens legt Wert auf die Feststellung, bei dieser Entscheidung nicht involviert gewesen zu sein.

Nicht mal geschenkt!

Weil es recht kompliziert war, eine Telefonnummer zur Kontaktaufnahme herauszubekommen, entstand der in Teilen bei Facebook veröffentlichte Schriftverkehr zwischen HTV, BJV und LPT. Den Besichtigungstermin am 12. November 2020 nahmen neben Dr. Gabriele Waniorek-Goerke auch Janet Bernhardt und Dr. Urte Inkmann (Tierärztliche Leitung) wahr. Den Vertreterinnen des HTV wurde aber ziemlich schnell klar, dass man als Hamburger Tierschutzverein – mal ganz abgesehen von der tierschutzwidrigen Vorgeschichte – weder mit dem Standort, noch den Baulichkeiten, noch dem Gelände würde etwas anfangen können – selbst dann nicht, wenn dem HTV das Gelände geschenkt werden würde. Nicht zuletzt könne man aber auch nicht ausschließen, dass der Tierschutz in diesem Falle zu Werbezwecken als Feigenblatt instrumentalisiert werden solle. Folgerichtig kam man überein, ein höfliches Antwortschreiben zu verfassen, das auch der Behörde BJV vorgelegt wurde, die den Standpunkt des HTV akzeptiert hat.

Übrigens: Alle (genau genommen waren es zwei Mitglieder), die sich in dieser Angelegenheit an den Vorstand gewandt haben, haben auch eine Antwort erhalten. Man hätte aber auch zur Mitgliedersprechstunde am 11. März Informationen aus erster Hand erhalten können, statt den amtierenden Vorstand in aller Öffentlichkeit zu diskreditieren.

Update vom 18.3.2021: In einer vorherigen Version haben wir berichtet: „Nach seiner Empfehlung, der Sache nachzugehen, kam der Vorstand mehrheitlich zu dem Schluss, dass man nicht ohne sachlich-fachliche Argumente ablehnen könne und somit nicht umhinkomme, sich dem Anliegen aktiv zu stellen – d.h. einen Besichtigungstermin zu vereinbaren.“

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