18. September 2021

Stadt stellt angrenzendes Grundstück zur Verfügung

Marode Bausubstanz im TH Süderstraße„Na endlich“, haben viele Tierfreunde und Tierfreundinnen gedacht, als sie in der MoPo vom 18. September 2021 gelesen haben, dass die Stadt dem Hamburger Tierschutzverein ein angrenzendes Grundstück zur Verfügung stellen will. Endlich, haben sie gedacht, kann der Sanierungsstau angegangen werden. Endlich, gibt es Platz für ein neues Hunde- und ein neues Katzenhaus und die maroden, einsturzgefährdeten Gebäude können endlich abgerissen werden.

Verhandelt wird seit über 12 Jahren

Wer das Tierheim in der Süderstraße kennt weiß, dass die Situation vor Ort schnelles Handeln erfordert. Doch tatsächlich verhandelt der Hamburger Tierschutzverein (HTV) schon seit über 12 Jahren über das angrenzende Grundstück, das zur Zeit von der Stadt noch an den Polizeihundesportverein Bille verpachtet ist. Dieses rund 13.000 Quadratmeter große Areal hätte tatsächlich das Potential, aus dem Tierheim Süderstraße mit seinen z.T. maroden Gebäuden ein zeitgemäßes, modernes Tierasyl zu machen. Jetzt also bewegt sich etwas und lt. MoPo soll dafür sogar das Baurecht entsprechend schnell geändert werden.

Zukunftsperspektive oder doch nur eine Mogelpackung?

Tatsächlich aber geht es um eine Fläche von nur 2.600 Quadratmetern im nordöstlichen Zipfel des Nachbargrundstücks. Ein Flächenzuwachs, der die Probleme einer adäquaten Unterbringung von Tieren in Hamburg nicht wirklich lösen kann. Abgesehen davon, dass die Erschließung des Geländes Unsummen für die Verlegung von Strom-, Wasser-, Internet- und Telefonleitungen verschlingen würde, ist die Frage der bauordnungsrechtlichen Zulässigkeit der Bebauung auch dann nicht vom Tisch, wenn bauplanungsrechtlich der Weg tatsächlich frei gemacht werden würde. Doch machen wir uns nichts vor: Selbst, wenn es ganz schnell ginge, ist mit zwei bis drei Jahren bis zur Baugenehmigung zu rechnen. Und dann steht der HTV vor dem nächsten Problem, denn Baufahrzeuge könnten nicht durchfahren, ohne vorhandene und dringend benötigte Bausubstanz abzureißen. Ohne den Abriss kann es zudem keine Feuerwehrzufahrt (Vorschrift aus dem Bauordnungsrecht) geben und ohne Feuerwehrzufahrt wird es ohnehin keine Baugenehmigung geben.

Fazit: Ohne ein großzügigeres und auf die Belange des Tierheims abgestimmtes Angebot seitens der Stadt Hamburg, werden sich die Kapazitätsprobleme des Hamburger Tierschutzvereins wohl kaum lösen lassen. Anders ausgedrückt: Gut gemeint, aber leider nicht zielführend.

 

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