23. Oktober 2021

Überwältigende Zustimmung

Mitgliederversammlung Hamburger TierschutzvereinNach dem Corona-bedingten Ausfall einer Mitgliederversammlung in 2020 hatten die Mitglieder des Hamburger Tierschutzvereins am 23. Oktober im Bürgerhaus Wilhelmsburg über eine Menge wichtiger Dinge abzustimmen. Denn bei dieser Mitgliederversammlung galt es, über die Entlastung des im vergangenen Jahr abgewählten Vorstandes für das Geschäftsjahr 2019 abzustimmen und die Entlastung des amtierenden Vorstandes für das Geschäftsjahr 2020 nach Abstimmung zu beschließen. Außerdem musste über die Selbstergänzung des Vorstandes durch Dr. Gabriele Waniorek-Goerke, Edgar Kiesel, Katharina Woytalewicz und Oliver Schwarz abgestimmt werden. Dabei führte die im vergangenen Jahr neu gewählte 1. Vorsitzende, Janet Bernhardt, souverän durch die in Pandemiezeiten gut und straff organisierte Versammlung. Von den aktuell 4.756 Mitgliedern des HTV hatten etwas mehr als 130 an der Mitgliederversammlung teilgenommen.

Keine Entlastung für den abgewählten Vorstand

Der Geschäftsbericht für 2019, der sich in Teilen eher wie eine Abrechnung mit den Behörden der Freien und Hansestadt Hamburg und Kritikern des Vorstandes liest, war den Mitgliedern mit der Einladung zugestellt worden. Der bis April 2020 amtierende BGB-Vorstand hatte sich zwar zur Mitgliederversammlung angemeldet, war aber nicht erschienen. So mussten Fragen zum Geschäftsbericht, wie etwa zu den bis April 2020 zu verantwortenden extrem hohen Gerichts- und Anwaltskosten von rund einer viertel Million Euro, unbeantwortet bleiben. Im Laufe der Aussprache wurde zudem deutlich, welch schweres Erbe der amtierende Vorstand im Frühjahr 2020 angetreten hat. So erfuhren die Mitglieder erstmals, dass man bei Amtsübernahme ein heilloses Durcheinander in der Ablage vorgefunden habe, so dass viele Dokumente (u.a. zu gerichtlichen Auseinandersetzungen mit der Stadt Hamburg) zunächst nicht auffindbar und in den Aktenordnern keine Protokolle von Sitzungen des BGB-Vorstandes vorhanden waren. Entsprechend deutlich fiel dann auch die Abstimmung über die Entlastung des bis April 2020 amtierenden Vorstandes aus: Mit 12 Stimmen für eine Entlastung, 16 Enthaltungen und 105 Gegenstimmen wurde dem abgewählten Vorstand die Entlastung verweigert.

Auf die Frage eines Mitgliedes nach einem Ausschlussverfahren gegen Mitglieder des ehemaligen BGB-Vorstandes zeigten sich Janet Bernhardt und Dr. Gabriele Waniorek-Goerke einig, dass man nicht in eine Zeit zurückfallen wolle, in der Vereinsausschlüsse gegen unbequeme Mitglieder regelmäßig auf der Tagesordnung gestanden hätten. Die meisten Anwesenden zeigten durch Beifall ihre Zustimmung zu dieser Entscheidung.

Votum für den amtierenden Vorstand

Janet Bernhard, 1. Vorsitzende des HTV
Die 1. Vorsitzende des HTV, Janet Bernhardt, führte souverän durch die erste Mitgliederversammlung ihrer Amtszeit.

Auch der Geschäftsbericht für das Jahr 2020 war den Mitgliedern zusammen mit der Einladung zugegangen. Wie die 1. und die 2. Vorsitzende betonten, liegen mit der Sanierung von Hundehaus und altem Katzenhaus sowie der angestrebten Flächenerweiterung für das Tierheim schwierige und kostspielige Aufgaben vor dem Verein. Dabei habe es der Vorstand als vorrangige Aufgabe gesehen, die Verhandlungen mit der Stadt Hamburg wieder auf eine vertrauensvolle Basis zu stellen.

Schatzmeister Kiesel und Steuerberater Siebert erläuterten im Anschluss daran einige Punkt zum Finanzbericht für das abgelaufene Geschäftsjahr. Edgar Kiesel berichtete darüber, was er nach seiner Kooptation in den BGB Vorstand vorgefunden habe. So sei er fast aus allen Wolken gefallen, als er den Safe geöffnet und darin Goldmünzen und Schmuck im Wert von mehreren zehntausend Euro vorgefunden habe, die nicht in das wesentlich sicherere Bankschließfach gebracht worden waren. Zu seiner großen Verwunderung musste der neue Schatzmeister zudem feststellen, dass ca. 70 bis zu ein Jahr alte Mitgliedsanträge nicht bearbeitet und ausstehende Mitgliedsbeiträge zum Teil über drei Jahre nicht angemahnt worden waren. Auch wenn Mitgliedsbeiträge nur einen vergleichsweise kleinen Anteil an den jährlichen Einnahmen des HTV ausmachen, sei es für ihn unverständlich, wie man derart mit säumigen Zahlern und potentiellen Mitgliedern umgehen konnte.

Mit Spannung erwartet, aber nicht überraschend, zeigte die anschließende Bestätigung der Kooptationen ein überwältigendes Votum für den amtierenden Vorstand:

Dr. Gabriele Waniorek-Goerke wurde mit 7 Gegenstimmen und 13 Enthaltungen als 2. Vorsitzende bestätigt.

Edgar Kiesel wurde mit 3 Gegenstimmen und 13 Enthaltungen als Schatzmeister bestätigt.

Katharina Woytalewicz wurde mit 4 Gegenstimmen und 19 Enthaltungen und

Oliver Schwarz mit 3 Gegenstimmen und 20 Enthaltungen als Beisitzer bestätigt.

Die Entlastung des amtierenden Vorstands war dann auch nur noch eine Formsache: Bei 16 Enthaltungen und ohne Gegenstimmen wurde dem amtierenden Vorstand das Vertrauen durch die Entlastung für das Geschäftsjahr 2020 ausgesprochen. Für die kommenden drei Jahre wurden anschließend Friedrich Engelke und Andreas Petersen mehrheitlich als Rechnungsprüfer gewählt.

Keine Beitragserhöhungen

Angesichts des fortgeschrittenen Geschäftsjahres 2021 wurde eine Anpassung der Beiträge für 2022 diskutiert, für die sich 17 Mitglieder aussprachen. Mit 50 Gegenstimmen und 24 Enthaltungen bekam eine Beitragserhöhung aber keine Mehrheit.

Am Rande der Mitgliederversammlung wurden Stimmen laut, dass man sehr erleichtert sei, dass auch wieder kritische Stimmen zu Wort gekommen seien und diese demokratisch diskutiert und nicht – wie in den Vorjahren – abgewürgt oder niedergebrüllt worden waren.

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