Es war einmal – das Märchen der finanziellen Transparenz

Es war einmal – das Märchen der finanziellen Transparenz

Hamburger TierschutzvereinJedes gute Märchen beginnt mit den Worten „Es war einmal“. Diese Geschichte aber wird leider kein Happyend haben!

Die Mitgliederversammlung im Hamburger Tierschutzverein liegt schon einige Monate zurück und wir können gespannt sein auf die nächste im April 2020. Es war eine emotionale Veranstaltung, die wieder einmal gezeigt hat, dass dem Vorstand geltendes Recht am „Popo“ vorbeigeht! Obwohl Mitglieder darauf hingewiesen hatten, dass der „grüne Saal“ überfüllt sei und der Vorstand mehrfach auf geltende Sicherheits- und Brandschutzbestimmungen aufmerksam gemacht wurde, unternahm er nichts, sondern forderte die Mitglieder weiter dazu auf, in den Raum zu kommen.

Erst als Feuerwehr und Polizei anrückten und ein „Zwangsgeld“ drohte, wurde die Versammlung ins Freie verlegt. Dort war es laut, heiß und die Technik funktionierte zunächst nicht. Aber die 1. Vorsitzende wollte diese Versammlung unbedingt fortsetzen. Logisch! Schließlich waren ihre Unterstützer und ihre Familie extra, zum Teil aus einigen hundert Kilometern Entfernung, angereist! Mitglieder, die vorher nie in Erscheinung getreten oder augenscheinlich eigens zur Unterstützung des Vorstands erst unlängst eingetreten waren.

Aber trotz Technikproblemen und praller Sonne konnten die anwesenden Mitglieder eine Zusage vom Schatzmeister Manfred Graff hören, die bis heute nicht eingehalten wurde. Nachdem ein Mitglied, unterstützt durch eine Unterschriftenliste, nähere Auskünfte zu den Erbschaften verlangt hatte, versprach der Schatzmeister die Auskünfte später nachzureichen. Es ging dabei um Erbschaften in Höhe von rund 4 Mio. Euro, ohne die der Verein einen Abschluss mit einem Minus von etwa 2 Mio. Euro hätte vorlegen müssen. Und darum, ob die Testate tatsächlich der guten Tierschutzarbeit des amtierenden Vorstands zu verdanken waren oder vielmehr der soliden Vorarbeit ihrer Vorgänger.

Die versprochenen Informationen lassen trotz mehrfacher schriftlicher Nachfrage bis heute auf sich warten. Was ist so ein Versprechen also wert, wenn es nicht einmal im Protokoll der Mitgliederversammlung erwähnt wird? Will der Vorstand in gewohnter Manier nur wieder ein Problem aussitzen und schließt vorsorglich solch kritische Mitglieder aus, weil er hofft, die anderen hätten das Versprechen bis zur nächsten Mitgliederversammlung längst vergessen? Aber eines ist gewiss: Es wird andere geben, die den Schatzmeister an sein Versprechen erinnern werden!

Ralf Hegmann

 

Foto: Linus Schütz/Pixabay