Getürkt oder nicht getürkt… das ist hier die Frage

Ich habe gem. DSGVO vom HTV die dort über mich gespeicherten Daten angefordert, weil der Verdacht besteht, dass über mich „Akten“ angelegt wurden.

Der HTV hat fristgerecht und vorbildlich geantwortet. Wirklich sehr gut!!!

Aus meiner Sicht sind jedoch die Kopien der beim HTV über mich gehaltenen Daten unvollständig. Es wurden z.B. nicht alle 26 Anträge auf meinen Ausschluss übermittelt.

Auch fehlte die Datensammlung meiner Facebook-Kommentare.

Der Leiter Fundraising, Betriebs- und Personalwirtschaft hat mich informiert, dass er von der Übersendung vorerst aus Gründen des Umweltschutzes* absehen würde, weil mir diese Facebook-Kommentare ja mittlerweile als Anlage zu einer Klageerwiderung des HTV zur Verfügung gestellt wurden.

Ja, wenn dem so wäre, würde ich natürlich auf eine wiederholte Vorlage verzichten und so habe ich mir die Anlage zu dieser Klageerwiderung nochmal genauer angesehen.

Dort sind Facebook-Kommentare von folgenden Daten aufgeführt:

  • 17. Mai 2019
  • 22. Mai 2019
  • 21. April 2019
  • 18. April 2019

Merkwürdig ist nur, dass das Ausschlussverfahren gegen mich mit Schreiben vom 15. April 2019 eröffnet wurde.

Dort wurden u.a. als Grund für die Eröffnung des Ausschlussverfahrens diverse Facebook-Kommentare mit unwahren Behauptungen aufgeführt.

Aber welche sollten das sein, wenn der HTV dem Gericht nur Kommentare nach diesem Datum vorlegt??? Fehlen Kommentare??? Ich glaube nicht, denn ich bin erst seit dem 11. April 2019 bei Facebook.

Aber das ist nicht die einzige Merkwürdigkeit…

Schauen wir uns noch weitere dieser Ausschlussanträge an (alle Schwärzungen hat der HTV getätigt):

Dieser wurde am 15. April geschrieben, ist direkt am 15. April laut Eingangsstempel beim HTV eingegangen und wurde als Begründung für die Eröffnung des Ausschlussverfahrens am 15. April genommen.

Und am meisten erstaunt mich, dass zwischen Eingang dieses Antrags und Verfassen des Schreibens an mich kein Tag vergangen ist und dazwischen tatsächlich auch noch zufälligerweise eine Vorstandssitzung stattgefunden hat.

Zitat aus dem Schreiben zur Eröffnung des Ausschlussverfahrens:

Der Vorstand hat deshalb einstimmig gemäß §8 der Satzung beschlossen, gegen Sie ein Ausschlussverfahren einzuleiten.

Und dann hat mich sehr erstaunt, dass mir der-/diejenige, welche diesen Ausschluss beantragt hat, vorwirft, ich hätte mich auf der diesjährigen Mitgliederversammlung boshaft und intrigant verhalten.

Ich kopiere mal aus dem Protokoll der Mitgliederversammlung von Seite 8:

Also entweder bin ich total dämlich und störe permanent auf Mitgliederversammlungen, um dann die Versammlungsleitung aufzufordern, gegen mich selbst vorzugehen… oder die in den Ausschlussanträgen vorgebrachten Gründe sind erstunken und erlogen.

Aber schauen wir gemeinsam weiter. Hier ein weiterer Antrag auf Ausschluss…

Vergleichen Sie diesen Text doch einmal mit dem vorherigen… Ein wirklich unglaublicher Zufall. Und folgend noch ein Antrag mit Eingangsstempel 15. April 2019. Als hätte jemand zum Aufsatz gerufen und dieses Datum ist der Abgabetermin…

Dieses Mitglied hat leider nicht begriffen, dass in meinem Beitrag nicht der Verein in der Kritik steht, sondern die Versammlungsleiterin der Mitgliederversammlung. Und ja… es war vernichtend… genauso wie die Leistung der Versammlungsleitung. Aber dieser Antrag unterstreicht die Wahrnehmung, dass der Verein wohl die 1. Vorsitzende ist.

Und folgend eine Person, die extra eingetreten ist, um sofort nach der Mitgliederversammlung einen Ausschluss zu beantragen, weil ich die MV gestört haben soll. Ja tatsächlich… der HTV-Vorstand sieht es als Ausschlussgrund, wenn man die MV stört (was natürlich nicht passiert ist… ich könnte hier aus dem MV-Protokoll zitieren, wo jeder einzelne meiner Beiträge dokumentiert wurde).

War es nicht so, dass der Vorstand keine Mitglieder mehr zugelassen hat, die nicht „handverlesen“ waren?

Und noch ein Antrag wegen meines „unmöglichen“ Auftritts zur Mitgliederversammlung:

Ich muss feststellen, dass viele Mitglieder erleben mussten, wie sehr ich mich auf der letzten Mitgliederversammlung danebenbenommen habe. Außerdem habe ich vermutlich LSD genommen, weil ich dann noch direkt in dieser Mitgliederversammlung beantragt habe, dass die Versammlungsleitung gegen mich selbst vorgehen solle.

Aber eigentlich ist diese Begründung für meinen Ausschluss eher der Beweis einer meiner Feststellungen zur letzten Mitgliederversammlung, dass die Versammlungsleitung total versagt hat, denn sie konnte mich nicht bändigen, so dass Mitglieder meinen Ausschluss beantragen müssen.

Zum Abschluss noch ein Schmakerl: Der Leiter Fundraising usw. hatte ja von Umweltschutz gesprochen und deshalb Unterlagen nicht geliefert.

*Es wurden mir jedoch 14 (!!!) komplett geschwärzte Seiten zugesandt!

Thorsten Jugert

Foto: Mohamed Hassan/Pixabay